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Powerbank bei Stromausfall: Reicht das, was 55 Prozent haben?

Powerbank bei Stromausfall: Reicht das, was 55 Prozent haben?

Stand: 02.09.2026

Eine Powerbank für den Stromausfall bereitzuhalten klingt nach Vorsorge. 55 Prozent der Deutschen sagen laut einer repräsentativen Innofact-Umfrage im Auftrag von Verivox genau das. Erhoben im April 2026, 1.013 Befragte zwischen 18 und 79 Jahren, repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Bundesland. Die Powerbank landet damit auf Platz drei der genannten Maßnahmen, hinter Licht und Kerzen mit 69 Prozent und Lebensmittelvorräten mit 64 Prozent.

Nur: welche Powerbank?

Die Umfrage fragt nach dem Gerät, nicht nach seiner Kapazität. Und genau daran hängt die ganze Antwort.

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Was in der Umfrage sonst noch steht

Dieselbe Erhebung hat eine zweite Zahl, die deutlich seltener zitiert wird. Nur 30,3 Prozent der Befragten haben überhaupt konkrete Vorsorgemaßnahmen getroffen. 64 Prozent halten die Stromversorgung in Deutschland weiterhin für sicher, ein Jahr zuvor waren es 69 Prozent.

Stell die beiden Zahlen nebeneinander. Mehr Leute nennen eine Powerbank als Vorsorgemaßnahme, als überhaupt angeben, Vorsorge betrieben zu haben. Die Powerbank ist offenbar das Gerät, das sowieso schon in der Schublade liegt und nachträglich zur Vorsorge erklärt wird.

Das ist kein Vorwurf. Es ist der interessante Teil. Ein geladenes Handy ist bei einem Ausfall wirklich etwas wert, nur eben nicht dasselbe wie Strom im Haushalt. Wie weit dieser Unterschied trägt, hat der Blackout in Berlin im Januar 2026 gezeigt, bei dem rund 45.400 Haushalte etwa 100 Stunden ohne Strom waren.

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Was eine Powerbank bei Stromausfall tatsächlich leistet

Rechnen wir nach. Nicht in mAh, denn mAh ist keine Energieangabe, sondern in Wattstunden.

Stiftung Warentest hat 24 Powerbanks zwischen 30 und 100 Euro geprüft und dabei die nutzbare Energie gemessen, also das, was am Ende wirklich ankommt. Bei 10.000-mAh-Modellen sind das 28,5 bis 35,8 Wattstunden. Bei 20.000-mAh-Modellen 58,3 bis 69,9 Wattstunden, die Energie, die bei einem Stromausfall tatsächlich zur Verfügung steht. Die volle Modellliste und was Warentest sonst noch geprüft hat, steht in unserem Überblick zum Stiftung-Warentest-Ergebnis. Wie du selbst von mAh auf Wattstunden kommst, und warum die 5 Volt am USB-Port dabei der klassische Fehler sind, steht ausführlich in mAh in Wh umrechnen.

Und außerhalb der Handy-Welt? giga.de rechnet vor, dass eine 20.000-mAh-Powerbank einen haushaltsüblichen Router mit 12 Watt rund fünf Stunden am Laufen hält. Eine Überschlagsrechnung, keine Labormessung. Die Größenordnung stimmt trotzdem.

Fünf Stunden Router. Ein Abend, kein Wochenende.

Die Geräteklasse, über die die Umfrage vermutlich redet, kostet unter €30 (Stand: 02.09.2026, laut Amazon.de) und hat keine Steckdose.

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Der Maßstab, gegen den das antritt

Wer den Begriff Blackout-Vorsorge ernst meint, redet über eine andere Größenordnung. tink.de nennt für eine Einzelperson oder eine kleine Wohnung mindestens 1.000 Wattstunden als Einstieg, für Paare und kleine Familien 1.000 bis 2.000 Wattstunden, für größere Haushalte mehr. Das ist eine redaktionelle Empfehlung, keine Laborstudie, aber sie stammt von einem Anbieter, der die Klasse kennt.

Wie viel 1.000 Wattstunden praktisch sind, macht der ADAC greifbar: rund 66 Smartphone-Ladungen oder etwa 20 Stunden Kühlbox bei 50 Watt, wobei die reale Laufzeit stark vom Kühlboxtyp abhängt.

Und selbst EcoFlow, ein Hersteller, der am Verkauf von Powerbanks verdient, empfiehlt für autarke Nutzung bei Stromausfall mindestens 30.000 mAh. Ein Anbieter, der jedes Interesse daran hätte, die kleine Lösung schönzureden, tut es trotzdem nicht.

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Wofür die Powerbank beim Stromausfall trotzdem gut ist

Jetzt der ehrliche Teil, denn die Antwort ist kein glattes Nein.

Fürs Handy ist eine geladene 20.000-mAh-Powerbank im Ausfall genau richtig. Ein Smartphone-Akku liegt bei etwa 15 Wattstunden, in so einem Gerät stecken also ungefähr vier Ladungen (eigene Rechnung auf Basis der ADAC-Annahme und der Warentest-Messwerte). Vier Ladungen heißt: Telefon erreichbar, Taschenlampe verfügbar, Nachrichten lesbar, Warn-App funktionsfähig. Bei einem Ausfall von ein paar Stunden ist das die ganze Miete.

Was nicht geht: Kühlschrank, Heizungspumpe, Wasserkocher, Kaffeemaschine. Nichts mit 230 Volt, weil eine gewöhnliche Powerbank schlicht keine Steckdose hat.

Der zweite Punkt ist banaler und wird trotzdem ständig übersehen. Eine leere Powerbank in der Schublade ist keine Vorsorge, sondern ein Briefbeschwerer. Wenn du nur eine hast, gehört ein Nachladetermin alle paar Monate dazu.

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Was die Lücke wirklich schließt

Zwischen rund 70 Wattstunden und 1.000 Wattstunden liegt eine ganze Größenordnung. Wer sie schließen will, landet bei einer Powerstation, also einem Gerät mit echtem 230-Volt-Ausgang. Welche Kapazität für welchen Haushalt sinnvoll ist, steht durchgerechnet in Powerstation für den Stromausfall zuhause.

Der Einstieg: rund 300 Wattstunden

Etwa das Vierfache einer großen Powerbank, dazu eine Schuko-Steckdose. Laptop, Lampen, Router und Modem laufen damit. Ab etwa 100 Watt Dauerlast wird es eng, das zeigt der Euronics-Test an einem 270-Wh-Gerät: Fernseher und Laptop ja, Wasserkocher und Föhn nein.

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Haushaltstauglich: ab 1.000 Wattstunden

Erst in dieser Klasse bist du bei dem Einstiegswert, den tink.de für ernsthafte Vorsorge nennt. Preislich ist das eine andere Liga als eine Powerbank, und das gehört zur ehrlichen Antwort dazu.

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Unterm Strich

Die 55 Prozent, die eine Powerbank für den Stromausfall bereithalten, sind keine schlechte Nachricht. Sie sind nur eine andere Nachricht, als sie klingt. Was da bereitliegt, hält ein Handy über Tage am Leben und einen Router einen Abend lang. Einen Haushalt hält es nicht.

Wenn dir das reicht: völlig in Ordnung. Lade das Ding einfach regelmäßig nach.

Und wenn du wirklich den mehrtägigen Fall meinst, dann rechne in Wattstunden statt in mAh und fang bei der Dimensionierung an, nicht beim Produkt.

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Häufig gestellte Fragen

Reicht eine Powerbank bei einem Stromausfall?

Fürs Handy, eine Taschenlampe und ein kleines Radio ja, und bei einem kurzen Ausfall ist genau das entscheidend. Für einen Haushalt nein: Eine 20.000-mAh-Powerbank liefert laut Stiftung Warentest 58,3 bis 69,9 Wattstunden nutzbar, für ernsthafte Blackout-Vorsorge nennt tink.de mindestens 1.000 Wattstunden. Dazu kommt, dass eine gewöhnliche Powerbank keinen 230-Volt-Ausgang hat.

Wie viele Wattstunden hat eine 20.000-mAh-Powerbank?

Nominal rund 74 Wattstunden bei 3,7 Volt Zellspannung. Nutzbar bleiben laut Stiftung Warentest 58,3 bis 69,9 Wattstunden, weil beim Umwandeln auf 5 Volt Energie verloren geht. Mit den 5 Volt am USB-Port zu rechnen ist der häufigste Fehler und legt das Ergebnis um etwa ein Drittel daneben.

Was tun bei Stromausfall, wenn nur eine Powerbank da ist?

Am meisten bringt es, das Handy in den Stromsparmodus zu schalten und die Powerbank fürs Telefon zu reservieren statt für Laptop oder Lautsprecher. Rund vier Handyladungen sind damit realistisch. Eine Lichtquelle, die nicht am Handy hängt, und ein batteriebetriebenes Radio gehören sinnvollerweise dazu.

Wie viel Kapazität braucht man für einen mehrtägigen Blackout?

tink.de nennt für eine Einzelperson oder eine kleine Wohnung mindestens 1.000 Wattstunden, für Paare und kleine Familien 1.000 bis 2.000 Wattstunden. Der ADAC beziffert, was 1.000 Wattstunden bringen: rund 66 Smartphone-Ladungen oder etwa 20 Stunden Kühlbox bei 50 Watt. Das ist die Größenordnung einer Powerstation, nicht die einer Powerbank.

Wie oft sollte man eine Notfall-Powerbank nachladen?

Alle paar Monate, denn Lithium-Zellen entladen sich langsam von selbst. Eine leere Powerbank im Schrank nützt im Ernstfall nichts. Ein fester Termin hilft, zum Beispiel beim Umstellen der Uhr im Frühjahr und im Herbst.

Quellen

  1. repräsentativen Innofact-Umfrage im Auftrag von Verivox finanznachrichten.de
  2. 30,3 Prozent der Befragten it-boltwise.de
  3. Stiftung Warentest test.de
  4. giga.de giga.de
  5. tink.de tink.de
  6. ADAC adac.de
  7. EcoFlow ecoflow.com
  8. Euronics-Test trendblog.euronics.de

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