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Anker Powerbank Rückruf: drei Wellen, die in den Medien zu einer wurden

Anker Powerbank Rückruf: drei Wellen, die in den Medien zu einer wurden

Stand: 02.09.2026

Zwischen Juni und September 2025 stand zweimal dieselbe Schlagzeile im Feed: Anker ruft Powerbanks zurück. Kein Déjà-vu. Das waren zwei verschiedene Aktionen. Rechnet man die vom Herbst 2024 dazu, sind es drei. Wer heute nach Anker Powerbank Rückruf sucht, findet zu jeder Aktion einen sauberen Artikel, aber kaum einen, der sie nebeneinanderlegt. Und weil sich Modellnummern, Produktionszeiträume und Geltungsbereiche überschneiden, liest sich das Ganze wie eine einzige Geschichte, die nicht aufhören will.

Ist es nicht.

1

Die drei Anker-Powerbank-Rückrufe im Überblick

Welle Datum Modelle Betroffene Geräte Gemeldete Vorfälle Geltungsbereich
1 Ankündigung ca. 20.09.2024, CPSC-Vermerk 17.10.2024 A1642, A1647, A1652 ca. 2.100 Stück 28 Meldungen, 2 Verletzte USA
2a 13.06.2025 A1263 (PowerCore 10000) ca. 1.158.000 Stück 19 Brand- oder Explosionsmeldungen, 2 leichte Verbrennungen zunächst USA
2b 27.06.2025, VKI-Listung 23.07.2025 A1257, A1647, A1681, A1689 keine Angabe, Produktion 03.01.2024 bis 17.09.2024 keine Angabe weltweit freiwillig, auch Deutschland
3 18.09.2025 A1647, A1652, A1257, A1681, A1689 ca. 481.000 Stück 33 Brand- oder Explosionsmeldungen, 4 leichte Verbrennungen, 1 erheblicher Sachschaden USA, behördlich verpflichtend

Welle 1: Herbst 2024, rund 2.100 Geräte

Den Anfang machten drei MagSafe-taugliche Mini-Powerbanks. Auf seiner Rückrufseite zu A1642, A1647 und A1652 nennt Anker 28 Meldungen über Überhitzung, Explosion oder Feuer und zwei Verletzte mit Verbrennungen ersten und zweiten Grades. Der formale Vermerk der US-Verbraucherschutzbehörde trägt das Datum 17. Oktober 2024 und ist unter anderem beim New Yorker Katastrophenschutz gespiegelt. Rund 2.100 Geräte.

Eine eigene Ankündigung für Deutschland ist zu dieser Welle nicht dokumentiert. In einer Suchergebnisliste steht sie heute trotzdem direkt neben den 2025er-Meldungen.

Welle 2: Juni 2025, zwei Ankündigungen in vier Wochen

Hier entsteht der eigentliche Knoten. Im Juni 2025 kam nicht eine Meldung, sondern zwei.

Am 13. Juni berichtete heise online über den Rückruf des PowerCore 10000 (A1263) mit rund 1.158.000 betroffenen Geräten, zunächst auf die USA bezogen. Zwei Wochen später, am 27. Juni, meldete heise eine davon unabhängige Aktion: einen freiwilligen weltweiten Rückruf von vier anderen Modellen (A1257, A1647, A1681, A1689), begrenzt auf Geräte, die zwischen dem 3. Januar und dem 17. September 2024 produziert wurden. Zwei davon, A1681 und A1689, vertreibt Anker als Anker Zolo Powerbank (20.000 mAh, 30 Watt). Die österreichische Verbraucherschutzorganisation VKI listete genau diese vier Nummern am 23. Juli 2025.

Zwei Ankündigungen, ein Monat, kein einziges gemeinsames Modell. Wer beide zu „dem Juni-Rückruf" zusammenzieht, hat den Faden schon verloren.

Welle 3: September 2025, jetzt behördlich

Laut der US-Verbraucherschutzbehörde CPSC waren am 18. September 2025 rund 481.000 Powerbanks betroffen, die Modelle A1647, A1652, A1257, A1681 und A1689, dazu 33 gemeldete Brand- oder Explosionsfälle, 4 leichte Verbrennungen und ein Bericht über erheblichen Sachschaden. Inhaltlich ist das im Kern Ankers freiwillige Juni-Aktion, nur eben in den USA verbindlich gemacht.

2

Warum die Berichterstattung durcheinandergeriet

Vier Dinge kamen zusammen, und Schlamperei war keins davon.

Der Geltungsbereich änderte sich mitten in der Meldung. Notebookcheck schrieb am 13. Juni 2025, die A1263-Aktion sei derzeit auf die USA beschränkt. Am 20. Juni folgte im selben Artikel ein Update: Nutzerberichten zufolge seien auch in Deutschland verkaufte Geräte betroffen. Der Text war nie falsch. Die Faktenlage hat sich unter ihm bewegt.

Die Modellliste wechselte dreimal die Form. A1647 steckt in Welle 1, fehlt auf der VKI-Liste vom Juli 2025 und steht im September 2025 wieder auf der CPSC-Liste. A1652 genauso. Wer zu drei Zeitpunkten nachsieht, findet drei nur teilweise deckungsgleiche Modellrosters für etwas, das überall gleich heißt.

Selbst die Fachpresse brauchte eine Klarstellung. PCWorld schrieb im September 2025 eigens einen Satz dazu, dass die behördliche Aktion zwar Modelle aus Ankers Juni-Rückruf enthalte, den A1263 aber gerade nicht. Wenn ein Tech-Magazin das erklären muss, liegt das Problem nicht beim Leser.

Und alles klang nach demselben Fehler. Weil es derselbe Fehler war.

3

Ein Zulieferer, drei Rückrufe

In seiner offiziellen Rückrufmitteilung nennt Anker als Ursache „a potential issue with common, lithium-ion battery cells from a single vendor". Eine Zellquelle, mehrere Produktfamilien.

Konkreter wurde heise online: Ein Zulieferer habe die Rohstoffe unerlaubt verändert, was zu einem Fehler der Membranisolierung im Inneren der Zellen führte. Anker wechselte daraufhin den Zelllieferanten von Apex Wuxi zu ATL (Amperex Technology Limited) und bestellte 45 Millionen Ersatzzellen.

Ein Defekt weit oben in der Lieferkette. Drei Aufsichts- und PR-Prozesse mit eigenem Tempo. Daraus werden drei Nachrichtenlagen, die sich anfühlen wie eine.

Diese Häufung ist kein Zufall der letzten zwölf Monate. Sie reiht sich ein in eine längere Chronik von Akkubränden bei Powerbanks, die auch die Luftfahrt-Regeln verschärft hat.

4

Betrifft mich das?

Nur, wenn deine Powerbank eine der gelisteten Modellnummern trägt und aus dem betroffenen Produktionsfenster stammt. Die Nummer steht klein auf dem Gehäuse, meist neben der Kapazitätsangabe, und beginnt mit einem A. Welche Nummern und Seriennummernbereiche aktuell gelten, pflegen wir laufend in der Übersicht der Powerbank-Rückrufe 2025/2026.

Diese Liste hier abzuschreiben, wäre die schlechtere Idee. Rückruflisten ändern sich, und das ist ja das Thema.

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Was Nutzer beim Umtausch berichten

In einem Diskussionsforum geht es weniger um Zweifel am Rückruf als um Ärger mit der Abwicklung. Ein Nutzer schreibt, ein Bekannter habe nur die UVP erstattet bekommen statt des gezahlten Preises. Ein anderer entziffert die Seriennummer auf einem älteren Gerät nicht mehr, Kaufbeleg hin oder her, und nennt den Prozess ohne lesbare Nummer „für die Tonne". Ein dritter fasst zusammen: „Da lässt Anker die Kunden aber ganz schön im Regen stehen."

Forenstimmen, keine Erhebung. Belastbare Zahlen zu Bearbeitungsdauer oder Erstattungsquote veröffentlicht niemand, deshalb steht hier keine. Unabhängig davon, wie die Abwicklung läuft, gibt dir das Batteriegesetz seit dem 07.10.2025 ein kostenloses Rückgaberecht auch ohne Kaufbeleg.

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Wenn du eine betroffene Powerbank ersetzt

Ein Prüfzeichen ist keine Versicherung gegen einen Zellfehler, der erst nach dem Verkauf auffällt. Genau das war bei Anker ja der Fall. Trotzdem ist eine dokumentierte Zertifizierung mehr als gar keine Kennzeichnung. Der UGREEN Nexode 20000mAh führt eine CCC-Zertifizierung in den Produktangaben, ca. €39,99 laut Amazon.de, Stand 02.09.2026.

UGREEN Nexode Power Bank 20000mAh 55W mit CCC-Zertifizierung


Gleiche Kapazitätsklasse, etwas günstiger, und mit zwei fest verbauten USB-C-Kabeln, die sich nach einem Rückruf nicht separat verlieren lassen: der Baseus FC11, ebenfalls mit CCC-Angabe, ca. €32,98 laut Amazon.de, Stand 02.09.2026. Beide Angaben stammen vom Händler, nicht aus einer Messung. Wie du von 20000mAh auf die Wattstunden kommst, die im Flugzeug zählen, steht in unserer Umrechnung mAh in Wh.

Baseus FC11 Powerbank CCC 45W 20000mAh mit 2 Integrierten USB-C Kabeln

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Was die drei Anker-Powerbank-Rückrufe über Kaufentscheidungen sagen

Der Befund ist nicht, dass Anker schlechte Powerbanks baut. Er ist unbequemer: Ein einziger Zellzulieferer schlägt über mehrere Modellreihen hinweg durch, und beim Endkunden kommt das erst an, nachdem die Sache durch drei regulatorische Mühlen gelaufen ist, jede mit eigenem Tempo. Dass bei Stiftung Warentest 2026 alle 24 geprüften Powerbanks den Sicherheitstest bestanden haben, wie wir hier zusammengefasst haben, gehört zum selben Bild: Ein Rückruf sagt etwas über eine Charge, nicht über eine Marke.

Was daraus folgt, ist wenig spektakulär. Modellnummer und Kaufdatum notieren, bevor du sie brauchst. Und beim nächsten Anker Powerbank Rückruf zuerst auf Datum und Geltungsbereich schauen. Ohne die beiden ist so eine Meldung nur ein Gefühl.


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Häufig gestellte Fragen

Wie viele Anker-Rückrufe gab es 2024 und 2025?

Drei getrennte Aktionen. Die erste kündigte Anker im September 2024 an, der CPSC-Vermerk dazu ist auf den 17. Oktober 2024 datiert. Die zweite lief im Juni 2025 und bestand selbst aus zwei Ankündigungen. Die dritte machte die CPSC am 18. September 2025 in den USA verbindlich.

Galt der Rückruf des PowerCore 10000 auch in Deutschland?

Anker bezog die A1263-Aktion vom 13. Juni 2025 zunächst auf die USA. Notebookcheck ergänzte am 20. Juni 2025, dass Nutzerberichten zufolge auch in Deutschland gekaufte Geräte betroffen seien. Eine formale Ausweitung dieser konkreten Aktion auf Deutschland ist in den geprüften Quellen nicht dokumentiert.

Was unterscheidet den Rückruf von Juni 2025 von dem im September 2025?

Der Juni-Rückruf war freiwillig, weltweit und umfasste vier Modelle. Im September 2025 machte die CPSC daraus eine behördlich verbindliche Aktion für den US-Markt, mit fünf Modellen und rund 481.000 Geräten. Der A1263 aus der ersten Juni-Meldung war in dieser behördlichen Liste nicht enthalten.

Warum tauchen dieselben Modellnummern in mehreren Rückrufen auf?

Weil die Ursache dieselbe war. Anker führt den Fehler auf Lithium-Ionen-Zellen eines einzigen Zulieferers zurück, die in mehreren Produktfamilien verbaut wurden. Modelle wie A1647 und A1652 erscheinen deshalb 2024 und 2025 erneut, jeweils in unterschiedlichem regulatorischem Rahmen.

Was tue ich, wenn Anker auf meine Rückrufanfrage nicht reagiert?

Belege sichern, also Kaufbeleg, Fotos von Gehäuse und Seriennummer, und den Vorgang datiert dokumentieren. In Deutschland ist zusätzlich die Verbraucherzentrale die naheliegende Anlaufstelle. Belastbare öffentliche Zahlen zu Bearbeitungsdauern gibt es nicht, deshalb nennen wir hier keine Frist. Seit dem 07.10.2025 gibt dir zusätzlich das Batteriegesetz ein kostenloses Rückgaberecht auch ohne Kaufbeleg, ein zweiter Weg, falls Anker selbst nicht reagiert.

Quellen

  1. Rückrufseite zu A1642, A1647 und A1652 anker.com
  2. beim New Yorker Katastrophenschutz gespiegelt dhses.ny.gov
  3. heise online heise.de
  4. meldete heise eine davon unabhängige Aktion heise.de
  5. Verbraucherschutzorganisation VKI vki.at
  6. US-Verbraucherschutzbehörde CPSC cpsc.gov
  7. Notebookcheck notebookcheck.com
  8. PCWorld pcworld.com
  9. offiziellen Rückrufmitteilung anker.com
  10. Diskussionsforum previval.org

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