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Powerstation für den Herbst-Blackout: Welche Kapazität reicht wirklich für zu Hause?

Powerstation für den Herbst-Blackout: Welche Kapazität reicht wirklich für zu Hause?

Wenn im Oktober der erste Sturm durchzieht, stellt sich in vielen Haushalten dieselbe Frage: Reicht eine Powerstation, wenn der Strom für ein paar Stunden — oder für ein paar Tage — weg ist? Die Antwort hängt an einer einzigen Zahl, und es ist nicht die, die auf dem Karton steht. Es ist der Energiebedarf pro Tag, und der lässt sich aus Angaben ausrechnen, die in jeder Wohnung auf einem Aufkleber stehen.

Dieser Artikel rechnet den Fall durch, den es in Deutschland tatsächlich gegeben hat: ein Ausfall im Winter, in einer normalen Wohnung, mit Kühlschrank, Router, Licht und zwei Handys. Wie man allgemein von Wattstunden auf Laufzeit kommt, steht ausführlich in unserem Beitrag Powerstation richtig dimensionieren — hier geht es um den konkreten Haushalt über mehrere Tage, und dabei kippt ein Faktor die Rechnung, der bei einstündigen Laufzeiten kaum auffällt.

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Wie lange dauert ein Stromausfall in Deutschland wirklich?

Zwei Zahlen, und sie widersprechen sich nur scheinbar.

Die erste: Die Bundesnetzagentur beziffert die durchschnittliche Nichtverfügbarkeit von Elektrizität je Letztverbraucher für 2024 auf 11,7 Minuten — 2023 waren es 12,8 Minuten. 830 Netzbetreiber meldeten für dieses Jahr 164.645 Versorgungsunterbrechungen in Nieder- und Mittelspannung (Bundesnetzagentur, Pressemitteilung vom 09.10.2025). Für den statistischen Normalfall braucht niemand eine Powerstation. Eine Taschenlampe reicht.

Die zweite: Am 03.01.2026 um 06:13 Uhr fiel im Berliner Südwesten der Strom aus — Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee, Lichterfelde, rund 45.400 Haushalte und 2.200 Gewerbekunden, Ursache war ein Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal. Die letzten rund 35.000 Haushalte hatten erst am Nachmittag des 08.01.2026 wieder Strom. Wir haben den Ablauf im Beitrag Blackout in Berlin im Detail aufgeschrieben.

Für die Kaufentscheidung heißt das: Du dimensionierst nicht gegen den Durchschnitt, sondern gegen ein seltenes, mehrtägiges Ereignis im Winter. Und dabei ist das ehrliche Ergebnis, dass eine tragbare Powerstation dieses Ereignis nicht vollständig abdeckt. Sie deckt einen Teil davon ab, und welcher Teil das ist, entscheidest du beim Kauf.

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Die vier Verbraucher, die zählen — und wo ihre Zahl steht

Der häufigste Fehler beim Dimensionieren ist, die Wattzahl zu schätzen. Man muss sie nicht schätzen. Für drei der vier relevanten Verbraucher steht sie irgendwo geschrieben, und der vierte lässt sich ausrechnen.

Der Kühlschrank. Nicht die Kompressorleistung ist die richtige Eingangsgröße, sondern der Jahresverbrauch vom EU-Energielabel in Kilowattstunden. Der Kompressor läuft getaktet, nicht durchgehend — wer mit seiner Anschlussleistung rechnet, überschätzt den Bedarf um ein Vielfaches. Jahresverbrauch geteilt durch 365 ergibt den Tagesbedarf. Ein Gerät mit 150 kWh im Jahr braucht 411 Wh am Tag.

Router und Modem. Auf dem Netzteil steht die maximale Leistungsaufnahme, nicht die tatsächliche. Sie ist eine Obergrenze und damit die sichere Seite für eine Abschätzung. Wer es genau wissen will, misst es vor dem Ernstfall mit einem Steckdosen-Energiemessgerät — im Ausfall selbst ist es zu spät.

Die Leuchte. Die Wattzahl ist auf der Lampe aufgedruckt. Eine LED-Leuchte mit 7 Watt über fünf Stunden sind 35 Wh. Beleuchtung ist bei dieser Rechnung durchgehend der kleinste Posten und trotzdem der, den die meisten überschätzen.

Die Handys. Hier hilft die Formel Wh = (V × mAh) ÷ 1000, mit 3,7 Volt als Standardwert für Lithium-Zellen in Consumer-Geräten (Anker, Stand 08.05.2026). Ein Akku mit 5.000 mAh sind damit 18,5 Wh je vollständige Ladung. Warum die Zahl auf der Packung und die tatsächlich gelieferte Energie auseinanderfallen, steht in unserem Beitrag mAh in Wh umrechnen.

Und drei Verbraucher streichst du sofort, weil sie nicht in diese Geräteklasse gehören: alles, was heizt. Wasserkocher, Herdplatte, Heizlüfter. Ein Wasserkocher mit 1.500 Watt zieht die gesamte Tagesenergie dieser Rechnung in gut einer halben Stunde weg — und stößt bei vielen Geräten der 1-kWh-Klasse an die Dauerausgangsleistung von typischerweise 1.800 Watt.

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Der Tagesbedarf, einmal durchgerechnet

Alle Werte in Wattstunden pro Tag. Die Spalte „Woher die Zahl kommt" ist der eigentliche Inhalt dieser Tabelle — die angenommenen Werte sind Rechenbeispiele, keine Messwerte an konkreten Geräten.

Verbraucher Woher die Zahl kommt Angenommen Wh/Tag
Kühlschrank EU-Energielabel, kWh/Jahr geteilt durch 365 150 kWh/Jahr 411 Wh
Router + Modem Typenschild am Netzteil 10 W über 24 h 240 Wh
LED-Leuchte Aufdruck auf der Lampe 7 W über 5 h 35 Wh
Zwei Handys (3,7 V × mAh) ÷ 1000 2 × 18,5 Wh 37 Wh
Summe 723 Wh

Eigene Berechnung. Der Kühlschrankwert stammt aus einem Beispiel-Energielabel, die übrigen drei Eingangswerte sind Annahmen — setz deine eigenen Zahlen ein, sie stehen alle auf einem Aufkleber.

Rund 723 Wh am Tag. Das ist die Zahl, gegen die eine Kapazitätsangabe zu prüfen ist. Nur ist sie noch nicht vollständig.

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Der Posten, der bei mehreren Tagen alles kippt

Eine Powerstation liefert nie ihre Nennkapazität. Zwei unabhängige Messungen beziffern den Abzug: Der ADAC berichtet aus seinem Powerstation-Test vom 11.06.2025, dass die real nutzbare Kapazität rund 10 bis 15 Prozent unter der Herstellerangabe liegt, weil die interne Elektronik mitverbraucht; heise misst die Round-Trip-Effizienz über die getestete Flotte mit 80 bis 85 Prozent und beim EcoFlow Delta Pro 3 96 Prozent nutzbare Kapazität bei Lasten über 2.000 Watt (heise, aktualisiert am 30.12.2025).

Der zweite Abzug ist der wichtige, und er ist genau der, den eine Stundenrechnung nicht sichtbar macht: Der Wechselrichter verbraucht Strom, solange er eingeschaltet ist — unabhängig davon, ob gerade etwas angeschlossen ist. Bei einer Laufzeit von zwei Stunden ist das ein Rundungsfehler. Bei einem Ausfall über vier Tage ist es der zweitgrößte Posten der ganzen Rechnung.

Rechne es nach: 10 bis 30 Watt Eigenverbrauch, die in unserem Beitrag zur Dimensionierung als Größenordnung angesetzt werden, ergeben über 24 Stunden zwischen 240 und 720 Wh. Gegen einen Nutzbedarf von 723 Wh am Tag bedeutet das im ungünstigen Fall eine Verdopplung.

Betriebsweise Eigenverbrauch/Tag Gesamt/Tag
AC-Ausgang durchgehend an, 10 W 240 Wh 963 Wh
AC-Ausgang durchgehend an, 30 W 720 Wh 1.443 Wh
AC-Ausgang nur 8 h am Tag, 10 W 80 Wh 803 Wh
AC-Ausgang nur 8 h am Tag, 30 W 240 Wh 963 Wh

Eigene Berechnung auf Basis des Tagesbedarfs oben und einer angenommenen Eigenverbrauchsspanne von 10 bis 30 Watt.

Daraus folgt die einzige Betriebsanweisung, die dieser Artikel gibt: Lass den Wechselrichter im mehrtägigen Ausfall nicht durchlaufen. Der Kühlschrank braucht keinen Dauerstrom, er braucht Kälte — also in Intervallen kühlen und den AC-Ausgang dazwischen abschalten. Router und Handys laufen ohnehin über die Gleichspannungsausgänge, USB-C und 12 Volt, die den Wechselrichter komplett umgehen.

Wie lange ein geschlossener Kühlschrank die Temperatur ohne Strom hält, ist übrigens genau die Zahl, die man dafür bräuchte — und dazu unten mehr, denn eine belastbare deutsche Messung dazu haben wir nicht gefunden.

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Welche Kapazitätsklasse zu welcher Ausfalldauer passt

Mit einem realistischen Tagesbedarf zwischen 800 und 1.000 Wh sortiert sich der Markt in drei Klassen. Die nutzbare Energie ist hier mit 96 Prozent der Nennkapazität angesetzt, entsprechend der heise-Messung oben; der Eigenverbrauch steckt bereits im Tagesbedarf.

Rund 300 Wh: eine Nacht, kein Kühlschrank

Diese Klasse trägt Licht, Router und Handys über eine Nacht und deckt damit den Ausfall ab, den es statistisch fast immer ist. Für den Kühlschrank reicht sie nicht, und Geräte ohne Wechselrichter haben gar keinen 230-Volt-Ausgang. Das ist kein Mangel, sondern der Grund, warum sie klein, leicht und günstig sind — und warum der Eigenverbrauch, der oben die Rechnung kippt, bei ihnen entfällt.

Die Anker SOLIX C300 DC Anker SOLIX C300 DC Powerstation 288 Wh (LiFePO4, ohne Wechselrichter) mit 288 Wh ist ein Beispiel dieser Bauart: LiFePO4-Zellen, kein Wechselrichter, alles läuft über USB und 12 Volt.

Rund 1 kWh: ein Tag mit Kühlschrank

Die verbreitetste Klasse und für die meisten Haushalte die richtige. Rund 1.000 Wh Nennkapazität sind etwa 983 Wh nutzbar — also ziemlich genau ein Tag nach der Rechnung oben, wenn der Wechselrichter nicht durchläuft, und deutlich weniger, wenn doch.

Die Anker SOLIX C1000 Anker SOLIX C1000 Powerstation 1056 Wh (1800 W) mit Tragetasche liegt mit 1.056 Wh in dieser Klasse; das Schwestermodell C800 Plus war im ADAC-Test vom 11.06.2025 mit der Note 2,5 vertreten. Die EcoFlow Delta 3 Plus EcoFlow Delta 3 Plus Powerstation, 1024 Wh mit 1.024 Wh erhielt im selben Test die Note 2,1.

Rund 2 kWh: zwei Tage, und dann ist auch Schluss

Doppelte Kapazität, doppeltes Gewicht, doppelter Preis — und rund 1.966 Wh nutzbar, also etwa zwei Tage. Gegen den Berliner Ausfall vom Januar 2026 wäre das ungefähr die Hälfte gewesen. Das ist der Punkt, an dem die ehrliche Antwort lautet: Mehr Kapazität kaufen skaliert nicht beliebig weiter, und ab hier entscheidet die Frage, ob nachgeladen werden kann.

Die EcoFlow Delta 3 Max EcoFlow DELTA 3 Max Tragbare Powerstation 2048 Wh (LiFePO4, 2400 W X-Boost) mit 2.048 Wh steht für diese Klasse.

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Warum die Heizung der eigentliche Knackpunkt ist

Im Herbst und Winter ist Wärme das, was fehlt — und Wärme ist genau das, was eine Powerstation nicht liefert.

Eine Gas- oder Ölheizung braucht Strom für Steuerung, Gebläse und Umwälzpumpe. Fällt der Strom aus, geht der Brenner aus. Für die Pumpe allein nennt das Umweltbundesamt eine Größenordnung: Eine neue Hocheffizienzpumpe kommt im Einfamilienhaus auf rund 40 kWh Strom im Jahr, eine alte ungeregelte Pumpe auf über 200 kWh (Umweltbundesamt, Stand 08.11.2023). Die Pumpe ist dabei nur ein Teil der Anlage — eine unabhängige deutsche Messung des gesamten elektrischen Bedarfs eines kompletten Heizgeräts haben wir nicht gefunden, und wir schätzen sie nicht.

Wichtiger als die Wattzahl ist aber die Anschlussfrage: Eine Heizungsanlage hängt in aller Regel fest verdrahtet oder an einem eigenen Stromkreis, nicht an einer Schuko-Steckdose. Sie an eine Powerstation zu hängen ist Elektroarbeit an der Festinstallation und keine Steckeraufgabe. Wer das plant, plant es mit einem Fachbetrieb, vorher und nicht im Ausfall.

Der Berliner Fall zeigt zusätzlich, dass die Fernwärme mit dem Strom ausfiel, weil ihre Pumpen Strom brauchen. Wer fernwärmeversorgt ist, hat also im Zweifel dasselbe Problem ohne eigene Anlage.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe beantwortet die Wärmefrage folgerichtig gar nicht elektrisch: Es empfiehlt warme Kleidung und Decken sowie Holz, Briketts oder Kohle, wenn ein Ofen vorhanden ist. Zur Stromversorgung selbst schreibt das BBK wörtlich: „Solarbetriebene Batterieladegeräte oder eine Powerbank können bei Stromausfall eine Hilfe sein." Das ist eine Aussage über Licht, Kommunikation und Handys — nicht über Heizen.

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Nachladen: die Frage, die über Tag drei entscheidet

Sobald der Ausfall länger dauert als die gekaufte Kapazität, ist nicht mehr die Kapazität die Variable, sondern der Nachschub.

Mit Solarpanel

Das ist der naheliegende Weg und im Winter der schwächste. Der Ertrag einer Solarfläche ist in den dunklen Monaten am geringsten, genau dann also, wenn die mehrtägigen Ausfälle stattfinden. Ein Panel ersetzt im Dezember keinen Ladevorgang aus der Steckdose, es verlängert die Reichweite. Wie sich Panelspannung und Ladeeingang zueinander verhalten, steht ausführlich im Dimensionierungs-Beitrag.

Sets aus Gerät und Panel nehmen einem die Kompatibilitätsfrage ab; die BLUETTI Elite 100 V2 BLUETTI Elite 100 V2 Powerstation, 1024 Wh, mit 200-W-Solarpanel wird mit einem 200-W-Panel zusammen angeboten.

Aus dem Auto oder aus der Steckdose

Das Auto ist die realistischere Notlösung, und hier gibt es einen sicherheitsrelevanten Befund, der genau in dieses Szenario fällt. Der ADAC hat am 11.06.2025 acht kompakte Powerstations getestet; zwei fielen mit der Note 5,0 durch — die Ective BlackBox 10 und die Jackery Explorer 1000 v2. Begründung laut ADAC: Die DC-Eingänge sind nicht voneinander entkoppelt, sodass beim gleichzeitigen Laden aus Fahrzeug und Solarpanel „Überspannungen drohen, die Schäden am Fahrzeug verursachen können" — und die betroffenen Geräte warnten davor weder am Gerät noch in der Anleitung. Testsieger war die Bluetti AC180P mit 2,0.

Das ist eine Feststellung des ADAC zu diesen konkreten Geräten am Teststand und zu diesem Datum, keine allgemeine Aussage über die Marken; eine Herstellerreaktion darauf liegt uns nicht vor. Die praktische Konsequenz gilt trotzdem für jedes Gerät: im Ausfall aus einer Quelle laden, nicht aus zweien gleichzeitig. Was die verschiedenen Tests jeweils gemessen haben, haben wir im Beitrag Powerstation-Test 2026 auseinandersortiert.

Und die dritte Quelle wird gern vergessen: die Steckdose beim Nachbarn, im Büro oder im Auto der Verwandten zwei Straßen weiter. Ein Ausfall hat fast immer eine Grenze, und schnellladefähige Geräte wie die EcoFlow Delta 3 Plus EcoFlow Delta 3 Plus Powerstation, 1024 Wh sind genau dafür gebaut.

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Zwei Zahlen, die niemand belegen kann

Zum Schluss die ehrliche Lücke, weil beide Zahlen für dieses Szenario wichtiger wären als jede Laufzeittabelle.

Wie stark sich eine Powerstation über Monate selbst entlädt. Das ist die Zahl, die darüber entscheidet, wie voll das Gerät ist, wenn der Ausfall kommt — und für den deutschen Markt veröffentlicht sie niemand als Messwert. heise gibt für Powerstations Leerlaufgeräusche an, aber keine Leerlaufwatt. Wir schätzen sie nicht. Die praktische Antwort ist ein fester Termin: Ladestand prüfen, wenn die Uhren umgestellt werden. Zweimal im Jahr, im Kalender, fertig.

Wie lange ein geschlossener Kühlschrank die Temperatur hält. Die Stundenangaben, die zu dieser Frage kursieren, stammen überwiegend von Herstellerblogs. Eine unabhängige deutsche Messung dazu haben wir nicht gefunden, und ohne sie lässt sich das Kühlintervall aus dem vorigen Kapitel nicht seriös beziffern. Was bleibt: Tür zu, so selten wie möglich öffnen, und im Zweifel lieber einmal mehr kühlen als einmal zu wenig.

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Die Entscheidung in drei Sätzen

Rechne deinen Tagesbedarf aus den Aufklebern in deiner Wohnung aus, nicht aus geschätzten Wattzahlen — bei Kühlschrank, Router, Licht und Handys landen die meisten Haushalte zwischen 700 und 1.000 Wh am Tag. Kauf danach die Kapazitätsklasse, die zu der Ausfalldauer passt, die du abdecken willst, und rechne den Eigenverbrauch des Wechselrichters mit, weil er über mehrere Tage zum zweitgrößten Posten wird. Und plane die Wärme getrennt, denn sie ist der Teil des Problems, den kein tragbares Gerät dieser Klasse löst.

Stand: 07.08.2026. Alle Zahlen mit Quelle und Datum im Text; Angaben ohne belegte Messung sind als solche gekennzeichnet.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Kapazität reicht für einen Stromausfall zu Hause?

Das hängt am Tagesbedarf, nicht an einer allgemeinen Empfehlung. Für Kühlschrank, Router, eine LED-Leuchte und zwei Handys ergibt die Rechnung in diesem Artikel rund 723 Wh am Tag, ohne den Eigenverbrauch des Wechselrichters. Eine Powerstation mit rund 1.000 Wh Nennkapazität deckt davon etwa einen Tag ab, eine mit rund 2.000 Wh etwa zwei. Rechne mit deinen eigenen Werten vom Energielabel und vom Typenschild nach.

Kann ich meine Heizung mit einer Powerstation betreiben?

In der Regel nicht ohne Weiteres. Eine Gas- oder Ölheizung braucht Strom für Steuerung, Gebläse und Umwälzpumpe, hängt aber meist fest verdrahtet oder an einem eigenen Stromkreis und nicht an einer normalen Steckdose. Das ist Elektroarbeit an der Festinstallation und gehört in die Hand eines Fachbetriebs, geplant vor dem Ausfall. Das BBK beantwortet die Wärmefrage nicht elektrisch, sondern mit warmer Kleidung, Decken und Ofenbrennstoff.

Muss die Powerstation während des Ausfalls durchgehend eingeschaltet bleiben?

Besser nicht. Der Wechselrichter verbraucht Strom, solange er an ist, auch ohne angeschlossenes Gerät. Über 24 Stunden ergeben 10 bis 30 Watt Eigenverbrauch zwischen 240 und 720 Wh — bei einem Tagesbedarf von rund 723 Wh also bis zu einer Verdopplung. Kühl den Kühlschrank in Intervallen und schalte den 230-Volt-Ausgang dazwischen ab. Router und Handys laufen über USB und 12 Volt am Wechselrichter vorbei.

Wie lade ich nach, wenn der Strom tagelang weg ist?

Drei Wege, und keiner davon ist im Winter bequem. Ein Solarpanel liefert in den dunklen Monaten am wenigsten und verlängert eher die Reichweite, als dass es einen vollen Ladevorgang ersetzt. Das Auto ist die realistischere Quelle. Und oft ist die nächste funktionierende Steckdose nur ein paar Straßen entfernt, weil ein Ausfall fast immer eine räumliche Grenze hat.

Darf ich gleichzeitig aus Auto und Solarpanel laden?

Nicht ungeprüft. Der ADAC bewertete am 11.06.2025 zwei von acht getesteten Geräten mit 5,0, weil ihre DC-Eingänge nicht voneinander entkoppelt sind: Beim gleichzeitigen Laden aus Fahrzeug und Solarpanel drohen laut ADAC Überspannungen, die Schäden am Fahrzeug verursachen können, und die Geräte warnten davor weder am Gerät noch in der Anleitung. Die sichere Praxis ist, aus einer Quelle zu laden.

Wie oft sollte ich den Ladestand kontrollieren?

Zweimal im Jahr genügt, wenn der Termin fest ist. Wie stark sich eine Powerstation über Monate selbst entlädt, veröffentlicht für den deutschen Markt niemand als Messwert, und eine Schätzung wäre hier wertlos. Deshalb der pragmatische Ersatz: Ladestand prüfen, wenn die Uhren umgestellt werden. Ein Gerät, das im Ausfall halb leer ist, hat die Kapazitätsfrage bereits beantwortet.

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