Ampcarry
Suche Seite durchsuchen
Menü Ampcarry
Farbschema
Sprache Sprache wählen
Zurück zum Blog
Anleitungen

Jackery, EcoFlow, Bluetti und Anker Solix: Was die unabhängigen Tests ergeben

Jackery, EcoFlow, Bluetti und Anker Solix: Was die unabhängigen Tests ergeben

Stand: 06.05.2026

Vier Markennamen, die in fast jeder Powerstation-Suche auftauchen. Und eine Frage, die so gestellt keine Antwort hat: Welche Marke ist die beste? Jede dieser vier verkauft Geräte von unter 300 Wattstunden bis über fünf Kilowattstunden, vom Campingakku bis zum Notstromsystem. Eine Marke ist keine Geräteklasse.

Beantwortbar ist eine andere Frage: Welches Gerät hat in derselben Prüfung, am selben Tag, nach derselben Methode wie abgeschnitten. Genau eine deutsche Institution hat das für alle vier Marken gleichzeitig getan.

Es ist nicht Stiftung Warentest. Es ist der ADAC, und sein Ergebnis vom 11.06.2025 enthält einen Befund, der in den meisten Markenvergleichen im Netz schlicht fehlt: Zwei der acht geprüften Geräte sind durchgefallen, und eines davon trägt einen der vier Namen aus der Überschrift.

1

Warum "welche Marke" die falsche Frage ist

Ein Markenvergleich unterstellt, es gebe so etwas wie Markenqualität, die über das ganze Sortiment gleich bleibt. Bei Powerstations stimmt das nicht einmal grob.

Die vier Hersteller bauen Geräte in Klassen, die kaum etwas miteinander zu tun haben: eine 300-Wh-Kiste fürs Zelt, ein 1-kWh-Gerät für den Stromausfall, ein 5-kWh-System mit Zusatzbatterien. Innerhalb einer Marke unterscheiden sich Wechselrichterleistung, Ladeelektronik, App und Kühlung vollständig. Ein Testergebnis für ein 1-kWh-Modell sagt über das 3-kWh-Schwestermodell fast nichts aus.

Deshalb steht der Vergleich hier auf einer Kohorte und nicht auf Logos: acht Geräte, eine Prüfung, ein Datum, eine Methode. Was darüber hinausgeht, bekommt seine eigene Quelle daneben.

2

Die eine Kohorte, in der alle vier direkt vergleichbar sind

Der ADAC prüfte im Frühjahr 2025 acht mobile Powerstations am ADAC Technik Zentrum Landsberg am Lech und veröffentlichte das Ergebnis am 11.06.2025. Alle acht Geräte tragen LFP-Zellen. Der Test ist frei zugänglich, ohne Bezahlschranke.

Jede Zelle trägt ihre Einheit, und jeder Wert stammt aus dem Test selbst. Nichts ist geschätzt, gerundet oder umgerechnet.

Gerät Gesamtnote UVP laut ADAC Nennkapazität Dauerleistung Gemessen nutzbar AC Gemessen nutzbar DC Gewicht
Bluetti AC180P 2,0 1.499 € 1440 Wh 1800 W 1341 Wh 1301 Wh 16,0 kg
Ecoflow Delta 3 Plus 2,1 999 € 1024 Wh 1800 W 935 Wh 898 Wh 12,5 kg
Allpowers R1500 2,5 1.000 € 1152 Wh 1800 W 1000 Wh 1004 Wh 16,7 kg
Anker Solix C800 Plus 2,5 699 € 768 Wh 1200 W 630 Wh 663 Wh 10,9 kg
DJI Power 1000 2,6 999 € 1024 Wh 2200 W 879 Wh 845 Wh 13,0 kg
Fossibot F1200 2,7 699 € 1024 Wh 1200 W 910 Wh 971 Wh 11,5 kg
Ective BlackBox 10 5,0 1.000 € 1037 Wh 1000 W 918 Wh 969 Wh 15,0 kg
Jackery Explorer 1000 v2 5,0 999 € 1070 Wh 1500 W 943 Wh 930 Wh 10,8 kg

Alle Werte laut ADAC, veröffentlicht 11.06.2025. Die Preise sind die Herstellerempfehlungen zum Teststand, keine Tagespreise.

Zwei Dinge fallen sofort auf. Erstens haben die beiden Geräte mit der Note 5,0 keineswegs die schlechtesten Messwerte: Die Jackery liefert mehr nutzbare Energie als die zweitplatzierte Ecoflow, die Ective mehr als die Anker. Zweitens ist die teuerste Station zwar die größte, aber nicht automatisch die sparsamste im Umgang mit ihrer eigenen Kapazität.

3

Was von der Nennkapazität wirklich ankommt

Der ADAC nennt eine Faustzahl: Die im Alltag nutzbare Nettokapazität lag "im Schnitt gut 10 bis 15 Prozent" unter der vom Hersteller angegebenen Bruttokapazität.

Diese Spanne lässt sich pro Gerät nachrechnen, weil der ADAC beide Zahlen veröffentlicht. Die folgende Tabelle ist genau das: eigene Rechnung auf den vom ADAC gemessenen Werten. Keine eigene Messung, keine ADAC-Angabe.

Gerät Nutzbar AC in % der Nennkapazität Nutzbar DC in % € je gemessener AC-Wattstunde
Bluetti AC180P 93,1 % 90,3 % 1,12 €/Wh
Ecoflow Delta 3 Plus 91,3 % 87,7 % 1,07 €/Wh
Fossibot F1200 88,9 % 94,8 % 0,77 €/Wh
Ective BlackBox 10 88,5 % 93,4 % 1,09 €/Wh
Jackery Explorer 1000 v2 88,1 % 86,9 % 1,06 €/Wh
Allpowers R1500 86,8 % 87,2 % 1,00 €/Wh
DJI Power 1000 85,8 % 82,5 % 1,14 €/Wh
Anker Solix C800 Plus 82,0 % 86,3 % 1,11 €/Wh

Die €/Wh-Spalte rechnet mit der UVP zum Teststand, nicht mit einem Tagespreis.

Als Durchschnitt stimmt die ADAC-Faustzahl. Sie verdeckt aber die Streuung: Das beste Gerät verliert knapp 7 Prozent, das schlechteste 18. Bei der Anker Solix C800 Plus heißt das konkret, dass von 768 angegebenen Wattstunden am 230-Volt-Ausgang 630 Wattstunden ankamen. Der ADAC führt "nutzbare Energie AC nur ausreichend" folgerichtig als Schwäche dieses Geräts.

Ein Detail lohnt den zweiten Blick: Vier der acht Geräte liefern am Gleichstromausgang mehr als am 230-Volt-Ausgang — die Anker mit 663 gegen 630 Wattstunden, dazu Fossibot, Ective und Allpowers. Bei der Anker fällt es am stärksten ins Gewicht, weil ihr 230-Volt-Wert ohnehin der schwächste im Feld ist. Wer sie überwiegend für USB-C und die 12-Volt-Buchse nutzt, verliert also deutlich weniger, als die 82 Prozent nahelegen. Wer einen Wasserkocher anschließt, verliert mehr. Der Wechselrichter ist der Unterschied.

Wie du von Wattstunden auf eine echte Laufzeit für dein Gerät kommst, steht in von Wattstunden zur echten Laufzeit. Warum die Zahl auf dem Gehäuse ohnehin selten die Zahl ist, die ankommt, erklärt die Umrechnung von mAh in Wattstunden.

4

Der Befund, an dem die Jackery gescheitert ist

Jetzt der Teil, der in Markenvergleichen fast nie steht. Er verlangt Genauigkeit.

Der ADAC schreibt in seiner Presseinformation vom 11.06.2025 wörtlich:

"Sowohl die Ective BlackBox 10 als auch die Jackery Explorer 1000 v2 landen mit einer Gesamtnote von 5,0 auf dem letzten Platz. Beide Produkte wurden in der Kategorie Sicherheit abgewertet. Denn werden die Stationen zum Laden parallel an einen Pkw und ein Solarpanel angeschlossen, drohen Überspannungen, die Schäden am Fahrzeug verursachen können. Der Nutzer wird weder an den Geräten noch in den Gebrauchsanweisungen darauf hingewiesen, dass die beiden Anschlüsse nicht gleichzeitig genutzt werden dürfen."

Auf der Geräteseite zur Jackery Explorer 1000 v2 steht der technische Kern als Nachteil: "DC-Ladeeingänge nicht voneinander entkoppelt". Die Spannung eines angeschlossenen PV-Systems, zulässig bis 60 Volt und 400 Watt, liegt demnach direkt am zweiten DC-Eingang an, und umgekehrt. Bei der Ective BlackBox 10 sind es 30 Volt und 200 Watt.

Das ist eine Sicherheitsaussage einer benannten Stelle zu einem benannten Gerät an einem benannten Datum. Es ist ausdrücklich keine Aussage über die Marke Jackery und keine über andere Jackery-Modelle. Der Test umfasste genau ein Jackery-Gerät.

Wie stark der Befund die Note verzerrt

Der ADAC gewichtet Handhabung mit 35 Prozent, Funktion mit 35 Prozent und Ausstattung mit 30 Prozent. Die Sicherheit trägt 0 Prozent Gewicht, wirkt aber als Ausschlusskriterium: Eine 5,0 in der Sicherheit zieht die Gesamtnote auf 5,0, unabhängig vom Rest.

Rechnet man diese drei gewichteten Noten für alle acht Geräte nach, ergibt sich bei sechs Geräten exakt die veröffentlichte Gesamtnote. Bei zwei Geräten nicht, und es sind genau die beiden abgewerteten. Auch das ist eigene Nachrechnung auf den vom ADAC veröffentlichten Einzelnoten, keine ADAC-Angabe:

Gerät Handhabung Funktion Ausstattung Rechnerisch aus diesen drei Veröffentlichte Gesamtnote
Bluetti AC180P 1,8 2,5 1,6 2,0 2,0
Ecoflow Delta 3 Plus 2,4 2,1 1,9 2,1 2,1
Jackery Explorer 1000 v2 1,8 2,9 2,1 2,3 5,0
Anker Solix C800 Plus 2,6 3,2 1,7 2,5 2,5
Allpowers R1500 2,8 2,6 2,0 2,5 2,5
DJI Power 1000 2,3 2,8 2,6 2,6 2,6
Fossibot F1200 2,2 3,1 2,8 2,7 2,7
Ective BlackBox 10 2,5 3,1 3,7 3,1 5,0

Ohne den Sicherheitsbefund läge die Jackery Explorer 1000 v2 bei 2,3 und damit auf Platz drei dieser Kohorte, vor der Anker Solix C800 Plus und der Allpowers R1500. Sie hat die beste Handhabungsnote im Feld, gleichauf mit der Bluetti. Der ADAC lobt "zuverlässige Funktion", "sehr gute App" und "beleuchtete Tasten am Gerät".

Das entwertet den Befund nicht. Es ordnet ihn ein: Hier ist kein schwaches Gerät durchgefallen, sondern ein gutes an einem einzelnen konstruktiven Punkt. Wer die Station nie gleichzeitig am Fahrzeug und am Solarmodul lädt, ist von genau diesem Punkt nicht betroffen. Wer sie im Wohnmobil einsetzt, wo beides naheliegt, sehr wohl.

Was die Hersteller dazu sagen

Kurz: nichts Auffindbares.

Zum Stichtag 06.05.2026 war keine öffentliche Stellungnahme von Jackery oder Ective zu diesem Testergebnis auffindbar. Geprüft wurden die ADAC-Übersichts- und Geräteseiten, die ADAC-Presseinformation, die deutsche Jackery-Produktseite zur Explorer 1000 v2, die deutschsprachige Jackery-Wissensdatenbank, die Ective-Website samt Handbuch zur BlackBox sowie die deutsche Berichterstattung zum Test, darunter ifun.de vom 12.06.2025, Caschys Blog vom 11.06.2025 und giga.de vom 11.06.2025. Keine dieser Quellen zitiert eine Herstellerantwort.

Auch der ADAC selbst hat den Test seit dem 11.06.2025 weder aktualisiert noch korrigiert. Beide Geräte tragen weiterhin die Note 5,0, ein Nachtest ist nicht veröffentlicht.

Drei Einschränkungen gehören dazu, und sie gehören hierher statt in eine Fußnote. Erstens waren chip.de und computerbild.de für unsere Recherche nicht erreichbar, dort ist also nicht geprüft. Zweitens war das Handbuch-PDF zur Ective BlackBox nur teilweise maschinell lesbar; sein Änderungsdatum, der 06.06.2025, liegt ohnehin vor der Testveröffentlichung. Drittens heißt "keine öffentliche Stellungnahme auffindbar" nicht "der Hersteller hat sich nicht geäußert". Eine Antwort direkt an den ADAC, in einem Printmedium oder hinter einer Bezahlschranke wäre von außen unsichtbar.

5

Was Stiftung Warentest und heise gemessen haben

Der ADAC ist nicht die einzige Adresse. Er ist nur die einzige mit allen vier Marken in einer Kohorte. Die anderen haben etwas anderes geprüft, und genau das erklärt, warum die Suchergebnisse sich zu widersprechen scheinen.

Prüfstelle Was geprüft wurde Klasse Datum Frei oder bezahlt Enthält die vier Marken?
ADAC 8 mobile Powerstations 768 bis 1440 Wh veröffentlicht 11.06.2025 frei ja, alle vier
Stiftung Warentest 11 Powerstations, gekauft Februar 2023 400 bis 644 Wh laut Anbieter Heft 8/2023, veröffentlicht 20.07.2023 Eckdaten frei, Testtabelle 4,90 € ja, aber Modelle von 2023
heise online Bestenliste über alle Klassen 155 bis 5120 Wh Stand 30.12.2025 frei keines der vier in den auslesbaren Plätzen
Öko-Test kein Powerstation-Test auffindbar nein

Stiftung Warentest hat den Vergleich nie in dieser Geräteklasse gemacht. Der Test umfasste 11 Geräte mit 400 bis 644 Wattstunden laut Anbieter zu Preisen von 470 bis 825 €, davon fünf mit dem Urteil "Gut". Testsieger wurde die Ecoflow River 2 Max für rund 520 €. Alle vier Marken waren dabei, aber mit den Modellen ihrer Zeit: Anker 535 PowerHouse, Bluetti EB55, Jackery Explorer 500 und die siegreiche Ecoflow River 2 Max. Entscheidend ist dabei: Die beiden Kohorten überschneiden sich überhaupt nicht. Das größte Gerät bei Warentest hat 644 Wattstunden, das kleinste beim ADAC 768. Es gibt kein einziges Gerät, über das beide Prüfstellen etwas sagen.

Wichtig, weil es reihenweise falsch zitiert wird: Am 07.01.2026 erschien auf test.de eine Meldung mit aktuellem Datum, angestoßen vom Berliner Stromausfall zu Jahresbeginn. Sie enthält keinen neuen Test, keine neuen Messwerte und nennt dieselben Modelle und Preise von 2023. Wer sie als "Stiftung Warentest 2026" zitiert, zitiert einen drei Jahre alten Test.

heise online misst frei zugänglich und laufend, führt aber keine nach Kapazität getrennten Listen. Testsieger seiner Bestenliste ist mit Stand 30.12.2025 die Ecoflow Delta Pro 3 mit 4096 Wh Nennkapazität, also der vierfachen Größe der ADAC-Kohorte. In den für uns auslesbaren Plätzen dieser Liste taucht keines der vier vom ADAC geprüften Modelle auf; die Plätze vier bis zehn waren nicht auszulesen, dazu können wir also nichts sagen.

Ein Wert von heise passt trotzdem direkt auf die Tabelle oben. heise kalkuliert im Schnitt 15 Prozent Umwandlungsverlust und misst bei der Delta Pro 3 je nach Last 96 Prozent nutzbare Kapazität über 2000 Watt, 95 Prozent bei 500 Watt und rund 88 Prozent im Mischbetrieb. Zwei unabhängige Stellen kommen also auf dieselbe Größenordnung wie der ADAC mit seinen 10 bis 15 Prozent, und heise zeigt zusätzlich, woran es liegt: Der Verlust hängt an der Last, nicht am Logo.

Nach Öko-Test, Chip, TÜV und Hochschullaboren haben wir gesucht und keinen vergleichenden Powerstation-Test gefunden. Öko-Test hat zu Photovoltaikmodulen, Solaranlagen und Balkonkraftwerk-Speichern veröffentlicht, aber zu tragbaren Powerstations nichts Auffindbares. Der TÜV zertifiziert Speicher nach Normen, das ist keine vergleichende Warenprüfung und darf nicht als solche gelesen werden.

6

Garantie und Service in Deutschland

Der Punkt, an dem sich die vier Marken deutlicher unterscheiden als in irgendeiner Messreihe. Vorweg zwei Dinge: Die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren nach § 438 BGB schuldet der Verkäufer, unabhängig von jeder Herstellergarantie. Und Garantiebedingungen ändern sich, während die meisten dieser Seiten kein Änderungsdatum tragen. Prüfe vor dem Kauf die aktuelle Seite des Herstellers.

Was beim Nachlesen der deutschsprachigen Hersteller-Seiten auffällt, ist weniger die Laufzeit als die Struktur dahinter:

EcoFlow ist als einziger Hersteller eindeutig. Die Delta 3 Plus steht namentlich in der Garantietabelle, mit einer glatten Laufzeit und ohne Registrierungsbedingung. Die Seite nennt die deutsche gesetzliche Gewährleistungsfrist von zwei Jahren ausdrücklich und trägt ein eigenes Änderungsdatum, den 01.03.2023. Verantwortlich ist laut Impressum die EcoFlow Germany GmbH in Düsseldorf.

Jackery hat die beste Rechtsform und die schlechteste Dokumentation. Es gibt eine echte deutsche Tochter, die Jackery Technology GmbH in Düsseldorf, und die klarste Portoregel der vier: Bei einem berechtigten Defekt trägt Jackery die Rücksendekosten. Nur widersprechen sich zwei deutsche Seiten desselben Herstellers: Die Garantieseite nennt pauschal 24 Monate, die Kundendienstrichtlinie mit Stand 01.01.2023 spricht von bis zu fünf Jahren je nach Modell. Dazu kommt eine Klausel, die kaum jemand kennt: Die Garantie gilt laut dieser Seite nicht für die Batteriezelle, wenn das Gerät nicht innerhalb von sieben Tagen nach dem Kauf und danach mindestens alle sechs Monate voll geladen wird.

Bluetti nennt für tragbare Energiespeicher eine Spanne von 24 bis 72 Monaten, ordnet aber auf der Garantieseite kein Modell einem Punkt darin zu. Der Verweis auf die Detailtabelle ist auf der deutschen Seite nicht verlinkt. Garantiegeber ist die BLUETTI Power Inc., nicht die deutsche Vertriebsgesellschaft.

Anker Solix ist der auffälligste Fall: Die deutschsprachigen Garantieseiten führen tragbare Powerstations überhaupt nicht als Kategorie. Die eine Seite ist eine ältere Anker-Elektroniktabelle ohne Powerstation-Zeile, die zweite deckt ausschließlich Balkonkraftwerk-Hardware ab. Die Fünf-Jahres-Angabe zur C800 Plus steht nur im Datenblatt der Produktseite, nicht in einer Garantiebedingung. Verantwortlich ist laut Impressum eine niederländische Gesellschaft in Rotterdam, keine deutsche.

7

Welche Station für welchen Zweck

Kein Markensieger, keine Krone. Drei Geräte aus derselben Prüfung, jedes mit dem Wert daneben, der es qualifiziert.

Zwei Vorbemerkungen. Für die Bluetti AC180P und die Anker Solix C800 Plus verlinken wir hier bewusst kein Angebot, obwohl die Bluetti Testsieger ist: Wir konnten für diese beiden kein Angebot bestätigen, das exakt das geprüfte Gerät trifft, und ein Link auf ein anderes Modell derselben Serie wäre ein anderes Gerät mit anderen Messwerten. Die Bluetti AC180 ohne P etwa hat 1152 Wh statt 1440 Wh. Und alle Noten unten stammen aus einer Prüfung von 2025, nicht von heute.

Wenn Anschlussvielfalt und Ladeleistung zählen

Die EcoFlow Delta 3 Plus Powerstation, 1024 Wh ist mit 2,1 das bestbenotete Gerät, das wir hier verlinken können. Der ADAC führt für sie vier 230-Volt-Anschlüsse, zwei USB-C-Anschlüsse mit 140 Watt und eine PV-Ladeleistung von zweimal 500 Watt. Gemessen wurden 935 Wattstunden von 1024 Wh Nennkapazität. Der ADAC hebt hervor, dass sie sich mit einer Zusatzbatterie erweitern lässt, kritisiert aber, dass die Lade-Anschlüsse hinten sitzen und das PV-Ladekabel fehlt.

Wenn der Preis je Wattstunde zählt

Rechnerisch die günstigste Energie im Test liefert keine der vier Marken aus der Überschrift, sondern die FOSSiBOT Tragbare Powerstation F1200, 1024Wh LiFePO4 Solargenerator, 1200W mit 0,77 € je gemessener AC-Wattstunde bei Note 2,7. In der Ausstattung ist sie schwächer benotet als die Markengeräte, hat aber mit 971 Wattstunden von 1024 Wh den höchsten Gleichstrom-Wirkungsgrad der ganzen Kohorte. Wer die Station überwiegend für USB-C, Kühlbox und 12-Volt-Technik einsetzt, bekommt hier am meisten nutzbare Energie fürs Geld.

Wenn du das durchgefallene Gerät trotzdem einordnen willst

Die Jackery E1000 v2 Tragbare Powerstation, 1070Wh, 1500W AC-Ausgang, LiFePO4 ist das Gerät, um das es oben geht. Wir verlinken sie, weil dieser Beitrag sie ausführlich bewertet und ein Verschweigen des Angebots niemandem hilft. Aber der Befund gehört daneben: 5,0 beim ADAC am 11.06.2025 wegen nicht entkoppelter DC-Ladeeingänge, ohne öffentliche Stellungnahme des Herstellers zum Stichtag dieses Beitrags. Rechnerisch stünde sie ohne diesen Punkt bei 2,3 und auf Platz drei. Wenn du sicher weißt, dass du nie gleichzeitig über Fahrzeug und Solarmodul lädst, betrifft dich der Befund nicht. Wenn du ein Wohnmobil hast, betrifft er dich.

8

Kurz gesagt

Wenn du eine Sache mitnimmst: Der Vergleich der vier Marken hat genau eine belastbare deutsche Grundlage, und das ist eine Prüfung von acht Geräten in einer einzigen Klasse, veröffentlicht am 11.06.2025. Alles darüber hinaus vergleicht Sortimente, nicht Geräte. Warentest steht bei 2023 und einer halb so großen Klasse, heise misst laufend, aber keines dieser vier Modelle.

In der ADAC-Kohorte gewinnt die Bluetti AC180P knapp vor der Ecoflow Delta 3 Plus. Die Anker Solix C800 Plus ist das günstigste Markengerät und verliert am 230-Volt-Ausgang am meisten. Und die Jackery Explorer 1000 v2 ist mit 10,8 Kilogramm das leichteste Gerät im ganzen Feld und wäre ohne einen einzigen konstruktiven Befund Dritte geworden.

Dass zu diesem Befund seit fast einem Jahr niemand öffentlich Stellung genommen hat, ist am Ende die auffälligste Zahl in diesem Vergleich.

Alle Produkte aus diesem Beitrag

Im Text erwähnte Produkte sind markiert; die übrigen sind Alternativen aus derselben Kategorie.

Affiliate-Hinweis: Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Produktpreise und Verfügbarkeit können sich ändern.

9

Häufig gestellte Fragen

Welche Powerstation ist Testsieger?

Der aktuellste freie deutsche Test mit allen vier großen Marken ist der ADAC-Test vom 11.06.2025 mit acht Geräten von 768 bis 1440 Wattstunden. Dort gewann die Bluetti AC180P mit der Note 2,0 vor der Ecoflow Delta 3 Plus mit 2,1. Die Anker Solix C800 Plus kam auf 2,5, die Jackery Explorer 1000 v2 auf 5,0. Einen markenübergreifenden Testsieger über alle Klassen und Prüfstellen hinweg gibt es nicht.

Warum hat die Jackery Explorer 1000 v2 beim ADAC 5,0 bekommen?

Wegen eines Sicherheitsbefunds an den beiden DC-Ladeeingängen. Sie sind laut ADAC nicht voneinander entkoppelt, sodass beim gleichzeitigen Laden über Fahrzeug und Solarmodul Überspannungen drohen, die das Fahrzeug beschädigen können. Weder das Gerät noch die Anleitung weisen darauf hin. Die Sicherheitsnote wirkt als Ausschlusskriterium und zieht die Gesamtnote auf 5,0, obwohl Handhabung, Funktion und Ausstattung mit 1,8, 2,9 und 2,1 bewertet wurden.

Ist Jackery deshalb eine schlechte Marke?

Das lässt sich aus diesem Test nicht ableiten. Geprüft wurde ein einziges Jackery-Gerät. Der Befund betrifft eine konkrete konstruktive Eigenschaft dieses Modells, nicht das Sortiment. Die gemessene nutzbare Energie lag mit 943 von 1070 Wattstunden über der des Zweitplatzierten, und die Handhabungsnote war die beste im Testfeld.

Hat Jackery auf den ADAC-Befund reagiert?

Zum Stichtag 06.05.2026 war keine öffentliche Stellungnahme von Jackery auffindbar, weder auf der deutschen Herstellerseite noch in der deutschen Berichterstattung zum Test. Auch der ADAC hat den Test nicht aktualisiert oder korrigiert. Das bedeutet nicht, dass es keine Reaktion gab, sondern nur, dass keine öffentlich auffindbar war.

Hat Stiftung Warentest Powerstations getestet?

Ja, aber zuletzt im Heft 8/2023, veröffentlicht am 20.07.2023, mit 11 Geräten von 400 bis 644 Wattstunden laut Anbieter. Testsieger war die Ecoflow River 2 Max für rund 520 €. Ein neuerer Warentest-Powerstation-Test existiert nicht. Die test.de-Meldung vom 07.01.2026 trägt zwar ein aktuelles Datum, ist aber eine Wiedervorlage des Tests von 2023 ohne neue Messwerte.

Wie viel Prozent einer Powerstation kann man wirklich nutzen?

Der ADAC beziffert den Verlust im Schnitt auf gut 10 bis 15 Prozent gegenüber der Herstellerangabe, heise kalkuliert im Schnitt 15 Prozent Umwandlungsverlust. Aus den veröffentlichten ADAC-Einzelmesswerten ergibt sich eine größere Streuung: am 230-Volt-Ausgang zwischen 82,0 und 93,1 Prozent, also zwischen 7 und 18 Prozent Verlust. Diese Prozentwerte sind Nachrechnung fremder Messwerte, keine eigene Messung.

Was ist der Unterschied zwischen AC- und DC-Kapazität?

AC ist die Energie am 230-Volt-Ausgang, also nach der Umwandlung durch den Wechselrichter. DC ist die Energie an den Gleichstromausgängen wie USB-C oder Zigarettenanzünder, ohne diese Umwandlung. Meist ist der DC-Wert höher. Bei der Anker Solix C800 Plus maß der ADAC 630 Wattstunden AC gegen 663 Wattstunden DC.

Quellen

  1. ADAC adac.de
  2. Presseinformation vom 11.06.2025 presse.adac.de
  3. Geräteseite zur Jackery Explorer 1000 v2 adac.de
  4. Ective BlackBox 10 adac.de
  5. Test test.de
  6. Meldung test.de
  7. heise online heise.de

Ähnliche Beiträge